Jahresbericht 2025
Sicherheit ist ein kostbares Gut
Sicherheit ist ein grundlegendes Bedürfnis und ein wertvolles Gut, das unsere Lebensqualität und Freiheit schützt. Sie ist nicht selbstverständlich und erfordert den Schutz und das Engagement unserer ganzen Gesellschaft.
Die erste nationale Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt wurde am 11. November 2025 von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider lanciert. Sie bietet den verschiedenen betroffenen Personen gezielte Unterstützung.
Mit AppElle!, einem Projekt unserer Stiftung, haben wir gewaltbetroffenen Frauen* eine niederschwellige Möglichkeit eröffnet, mit uns in Kontakt zu treten. In den vergangenen sechs Jahren waren wir eine verlässliche Anlaufstelle. Insgesamt wurden 3 314 von häuslicher Gewalt betroffene Personen bei AppElle! beraten, und 1 159 Frauen* wurden in Frauenhäusern im Kanton Bern, ausserkantonal oder in Notunterkünften untergebracht.
Der Kanton Bern hat sich mit der Einführung einer nationalen Hotline für gewaltbetroffene Personen für ein anderes Modell als AppElle! entschieden. Wir bedauern die Einstellung von AppElle! und damit die Auflösung der in den sechs Projektjahren aufgebauten tragfähigen Vernetzungen. Zugleich begrüssen wir die Einführung einer nationalen Kurznummer für von häuslicher Gewalt betroffene Personen.
An unserer Solidaritätsveranstaltung am 12.12.2025 in der Nydeggkirche gedachten wir der Frauen*, die durch Femizide getötet wurden. Erinnern heisst nicht vergessen – Erinnern ist Geschichtsschreibung. Es bedeutet, die Erfahrungen dieser Frauen* sichtbar zu machen, sie zu würdigen und in unserem kollektiven Gedächtnis zu verankern. Wir erinnerten – begleitet von der berührenden Musik von Irene Mazza – an die Frauen*, die wegen ihres Geschlechts getötet wurden und Kinder, Eltern, Geschwister, Verwandte sowie Freund:innen zurückliessen.
Ein herzliches Dankeschön an alle unsere Mitarbeiter:innen für ihre professionelle Arbeit und ihr grosses Engagement – inbesondere den AppElle!-Mitarbeiter:innen für ihren unermüdlichen Einsatz. Wir danken unseren Netzwerkpartner:innen und Spender:innen, die unsere Überzeugung teilen: «Sich couragiert für Sicherheit einsetzen und solidarisch handeln».
Leena Hässig Ramming
Präsidentin des Stiftungsrats
Ursula von Bergen
Geschäftsführerin